Sustainability

Cradle-to-Cradle-Prinzip: Alles über den Zertifizierungsprozess für Nachhaltigkeit

29 April 2024

Cradle-to-Cradle ist ein wegweisender Ansatz zur Förderung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft, der darauf abzielt, die negativen Umweltauswirkungen von Produktionsprozessen und die Ressourcenverschwendung zu minimieren.

Der Schwerpunkt liegt auf dem Recycling von Materialien. Endprodukte werden nicht länger als Abfall betrachtet, sondern dienen als wertvolle Ressourcen für neue Produkte. Diese Denkweise geht das Problem der Massenproduktion an der Wurzel an. Cradle-to-Cradle stellt somit eine realistische Methode dar, um langfristig die Umwelt und unsere Lebensgrundlage zu schützen.

Lesen Sie mehr über das Cradle-to-Cradle-Prinzip und erfahren Sie, was die silberne Zertifizierung von ADA Cosmetics bedeutet.

Was ist Cradle-to-Cradle?

Die Bedeutung von Cradle-to-Cradle lässt sich aus der Übersetzung ableiten, die wortwörtlich „von der Wiege zur Wiege“ bedeutet. Es steht im Gegensatz zum traditionellen Cradle-to-Grave-Prinzip der Linearwirtschaft, bei dem Produkte nach ihrer Nutzung einfach entsorgt werden.

Die Idee wurde bereits in den 1990er-Jahren von dem deutschen Chemiker Michael Braungart und dem US-amerikanischen Architekten William McDonough entwickelt. Cradle-to-Cradle verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der neben ökologischen Aspekten auch die soziale und ökonomische Nachhaltigkeit berücksichtigt.

Cradle-to-Cradle-Konzept erklärt

Das Cradle-to-Cradle-Konzept ist ein Maßstab für nachhaltige Produkte, die innerhalb einer Kreislaufwirtschaft entwickelt werden. Nach dieser Grundidee werden Cradle-to-Cradle-Produkte von Anfang an so konzipiert, dass eine kontinuierliche Wiederverwendung von Ressourcen ermöglicht wird. Sie werden dementsprechend nach ihrem Lebenszyklus entweder biologisch abgebaut oder vollständig recycelt, um wieder in den Produktionsprozess einzutreten. Durch die Umsetzung dieses Konzepts werden Abfälle und Umweltbelastungen deutlich reduziert.

Die 2 Kreisläufe des Cradle-to-Cradle-Prinzips

Es gibt zwei Cradle-to-Cradle-Kreisläufe, die je nach den Eigenschaften der zu recycelten Produkte eingesetzt werden. Hierbei unterscheiden wir zwischen dem biologischen Kreislauf für Verbrauchsgüter und dem technischen Kreislauf für Gebrauchsgüter.

Biologischer Kreislauf von Verbrauchsgütern

Der biologische Kreislauf zielt darauf ab, Verbrauchsgüter zu recyceln. Beispiele für Cradle-to-Cradle-Produkte sind Kosmetika, die auf pflanzlichen Bestandteilen wie Ölen oder Duftstoffen basieren oder Kleidungsstücke aus Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen.

In diesem Kreislauf wird das Produkt nach der Produktion normal verwendet. Am Ende seines Lebenszyklus wird es allerdings nicht wie im herkömmlichen „Take-Make-Waste“-Modell einfach entsorgt, sondern biologisch abgebaut und kompostiert. Dabei dienen Inhaltsstoffe und Materialien als biologische Nährstoffe für Pflanzen, die in Form von organischen Verbindungen oder Mineralien freigesetzt werden können. Diese Ressourcen können anschließend in den Produktionsprozess zurückgeführt werden, um neue Produkte zu schaffen. Der Cradle-to-Cradle-Kreislauf erzeugt keine Abfälle und kann unendlich oft wiederholt werden.

Technischer Kreislauf von Gebrauchsgütern

Der technische Kreislauf von Cradle-to-Cradle dient der Wiederverwertung von Gebrauchsgütern und eignet sich für Elektrogeräte wie Waschmaschinen oder Fernseher.

Dafür werden die Geräte nach ihrer Nutzungsdauer zurückgenommen und demontiert. Die einzelnen Komponenten wie Metall dienen als technische Nährstoffe und können separat voneinander recycelt bzw. wiederverwendet werden, indem sie erneut in den Produktionsprozess integriert werden.

Der Recyclingprozess von Materialien wie Plastik ist besonders umfangreich. Dennoch bietet er eine effektive Möglichkeit, Kunststoffe langlebiger zu machen. Kunststoffe werden üblicherweise werkstofflich aufbereitet, da chemische Verfahren viel Energie benötigen und noch weiterentwickelt werden müssen. Sie werden gereinigt, nach ihrer Kunststoffart sortiert und anschließend – je nach Eigenschaften – eingeschmolzen oder zu Granulat verarbeitet.

Was ist ein Cradle-to-Cradle-Zertifikat?

Das Cradle-to-Cradle-Zertifikat ist eine Produktzertifizierung, die durch das Cradle to Cradle Products Innovation Institute (C2CPII) verliehen wird. In Deutschland erfolgt die Cradle-to-Cradle-Zertifizierung durch akkreditierte Partner wie das EPEA Institut.

Die Bewertung eines Produkts durch ein Cradle-to-Cradle-Institut erfolgt anhand von
4 Zertifizierungsstufen.  Dabei ist Platin die höchste Stufe, die erreicht werden kann:

  • Bronze
  • Silber
  • Gold
  • Platin

Um eine hohe Zertifizierungsstufe zu erreichen, muss ein Produkt in 5 Qualitätskategorien überzeugen:

  1. Materialgesundheit: Verwendung von Materialien, die sowohl für den Menschen als auch für die Umwelt unbedenklich sind.
  2. Wiederverwertbarkeit: Produkte müssen in die Kreislaufwirtschaft zurückgeführt werden können, um Abfälle zu minimieren.
  3. Erneuerbare Energien: Nutzung von erneuerbaren Energien während der Produktion, um schädliche Emissionen zu vermeiden.
  4. Wassermanagement: Vermeidung von Wasserverschwendung und -verschmutzung während des Herstellungsprozesses.
  5. Soziale Verantwortung: Einhaltung von Menschenrechten durch faire Arbeitsbedingungen.

Probleme und Kritik an der Umsetzbarkeit des Cradle-to-Cradle-Prinzips

Die Kritik an Cradle-to-Cradle ergibt sich aus zwei wesentlichen Problemen:

  1. Kosten: Die Umstellung auf eine Produktion, die den Standards von Cradle-to-Cradle entspricht, kann die Herstellungskosten für Unternehmen und mithin den Verkaufspreis deutlich erhöhen. Unter Umständen ist die Kundschaft nicht bereit, teure Cradle-to-Cradle-Produkte zu kaufen.
  2. Umsetzbarkeit: Nicht jedes Produkt ist für Cradle-to-Cradle geeignet. In einigen Produktionsprozessen werden Materialien zum Beispiel untrennbar miteinander verbunden oder verklebt, sodass diese nicht in den Cradle-to-Cradle-Kreislauf zurückgeführt werden können.

Cradle-to-Cradle und ADA Cosmetics

ADA Cosmetics ist das erste und einzige Unternehmen, das Kosmetikprodukte für Hotels anbietet, die auf Silber-Niveau Cradle to Cradle Certified® sind. Unser Cradle-to-Cradle-Zertifikat verdeutlicht unser starkes Engagement für Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit. Als Vorreiter erfüllen wir eine Vielzahl von Anforderungen, um in jedem Qualitätskriterium positiv abzuschneiden.

 

Materialgesundheit

Bei ADA Cosmetics liegt der Fokus auf der verantwortungsvollen Beschaffung von Inhaltsstoffen, wobei wir schädliche Stoffe konsequent ablehnen. Unsere Cradle-to-Cradle-Kosmetik ist frei von Mineralöl, Mikroplastik in Form von Mikroperlen und bedenklichen Stoffen wie Parabenen, Silikonen, Isothiazolinonen sowie Substanzen, die Formaldehyd freisetzen. Wir verzichten auch auf gentechnisch veränderte Organismen und setzen stattdessen überwiegend auf natürliche Inhaltsstoffe.

Ein Großteil unserer Produkte ist vegan und pH-hautneutral, um eine gute Verträglichkeit sicherzustellen. Einige unserer Produkte enthalten Inhaltsstoffe auf Palmölbasis, daher legen wir besonderen Wert auf eine ethische Palmölbeschaffung und sind Mitglied im RSPO (Round Table for Sustainable Palm Oil).

Besonders wichtig ist uns auch das Tierwohl, weshalb wir keine Tierversuche durchführen. Auf diese Weise tragen unsere Cradle-to-Cradle-Produkte dazu bei, das Wohl von Mensch, Tier und Umwelt zu schützen.

 

Wiederverwertbarkeit

Die Zertifizierung Cradle-to-Cradle Silber erfordert, dass mindestens 70 % unseres Produktgewichts biologisch abbaubar sind.

Um dem Cradle-to-Cradle-Prinzip gerecht zu werden, sind unsere Produkte auf ein Ökodesign ausgerichtet. Unsere Verpackungen bestehen aus einem Monomaterial, sodass sie unkompliziert recycelt werden können. Zudem verwenden wir Kunststoffe, die nach dem Verbrauch wiederverwertet werden können – sogenannte Post Consumer Recycled (PCR) Kunststoffe.

Weiterhin orientieren wir uns an den RecyClass-Richtlinien, um eine erhöhten Wiederverwendbarkeit von Verpackungen zu ermöglichen und achten auf die Verwendung leichter Verpackungen. Wir setzen außerdem auf nachfüllbare Spenderlösungen, um Verpackungsmüll zu reduzieren.

 

Erneuerbare Energien

ADA Cosmetics möchte mit verschiedenen Energiesparmaßnahmen das Cradle-to-Cradle-Konzept verwirklichen und die CO₂-Emissionen der Produkte, Geschäftsaktivitäten und Prozesse senken – einschließlich der Bereiche Transport und Logistik.

Unser Ziel ist die Umstellung auf erneuerbare Energien. Bereits seit über einem Jahrzehnt betreiben alle unsere Standorte in Deutschland ihre Betriebe zu 100 % mit Wasserkraft. Alle unsere Waschprodukte wie Shampoo, Showergel, Liquid Soap werden bereits mit einem innovativen Kaltprozess hergestellt. Somit vermeiden wir, dass wir während der Produktion tonnenweise Wasser hoch heizen und wieder abkühlen müssen.

Wir streben danach, 35 % unserer in Scope 1 und 2 ermittelten Treibhausgasemissionen bis Ende 2026 zu reduzieren. Für unsere Bemühungen wurden wir vom Nachhaltigkeits-Rating-System EcoVadis mit der Silbermedaille für Nachhaltigkeitsmanagement ausgezeichnet.

 

Wassermanagement

Cradle-to-Cradle bedeutet einen nachhaltigen Umgang mit Wasser, der auch bei ADA Cosmetics einen hohen Stellenwert genießt. Wir legen großen Wert auf umweltbewusstes Abwassermanagement als festen Bestandteil unserer betrieblichen Abläufe. In Deutschland wird unser Abwasser beispielsweise vom Abwasserzweckverband aufbereitet.

Zusätzlich ergreifen wir weitere Maßnahmen, um den Wasserverbrauch zu minimieren. So haben wir auf Edelstahlbehälter umgestellt, die einem standardisierten Reinigungsprozess unterzogen werden. Dieser Prozess benötigt weniger Desinfektionsmittel als der von Kunststoffbehälter.

 

Soziale Verantwortung

Bei ADA Cosmetics stehen wir in Zusammenarbeit mit 750 Unternehmen weltweit im Einsatz zum Schutz von Waldökosystemen. Wir streben danach, dass unsere Papierverpackungen keine negativen Auswirkungen auf unsere Wälder haben. Ein wichtiger Bestandteil dieser Initiative ist die Verwendung von Rohstoffen natürlichen, pflanzlichen Ursprungs, die keine Gefahr für die Umwelt darstellen.

Um unseren Plastikverbrauch zu minimieren und die Umwelt nicht weiter zu belasten, verzichten wir zudem auf Trinkflaschen aus Plastik in unseren Betrieben und bieten stattdessen Wasserspender und Edelstahlflaschen an.

Wir setzen uns für faire Arbeitsbedingungen ein, die im Einklang mit den Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte, den Standards der Internationalen Arbeitsorganisation und den OECD-Leitsätzen stehen.

Darüber hinaus unterstützt ADA Cosmetics Stiftungen wie die Ocean Cleanup Foundation und das Clean the World Programm. Diese Initiativen arbeiten daran, die Gesundheitsinfrastruktur zu verbessern und die Weltmeere von Plastik zu befreien.

Daneben engagieren wir uns auch in lokalen Gemeinschaften: Wir sind beispielsweise in Organisationen wie Clean Conscious aktiv, die recycelbare Materialien sammeln und an diejenigen weitergeben, die sie aufbereiten können.

FAQ

Was sind Beispiele für Cradle-to-Cradle-Produkte?

Einige Beispiele für Cradle-to-Cradle-Produkte sind:
● Die Produkte von ADA Cosmetics in Deutschland und Tschechien, die über die Cradle-to-Cradle-Zertifizierung auf Silber-Niveau verfügen.
● Der Dusche- und Badreiniger der Marke Frosch, der mit dem Cradle-to-Cradle-Gold-Zertifikat ausgezeichnet wurde.
● Der Greenpoint Filzstift von Stabilo, der das Zertifikat Cradle-to-Cradle-Silber erhalten hat.

Was ist der Unterschied zwischen Linearwirtschaft und Kreislaufwirtschaft?

Die Linearwirtschaft basiert auf dem traditionellen „Take-Make-Waste“-Modell, bei dem Rohstoffe zu Produkten verarbeitet und am Ende ihrer Nutzungsdauer entsorgt werden. Der Prozess führt zu Umweltverschmutzung und Ressourcenverschwendung.

Die Kreislaufwirtschaft entspricht dem Cradle-to-Cradle-Prinzip. Das Konzept zielt darauf ab, Rohstoffe am Ende ihres Lebenszyklus in den Produktionsprozess zurückzuführen. Auf diese Weise werden Abfälle und Umweltbelastungen deutlich reduziert.

Ist Cradle-to-Cradle nachhaltig?

Ja, Cradle-to-Cradle ist ein ganzheitlich nachhaltiger Ansatz zur Produktion von Gütern. Das Modell minimiert die negativen Umweltauswirkungen von Produktionsprozessen, schont Ressourcen und reduziert Abfälle. Durch die Einhaltung der fünf Qualitätsstandards trägt Cradle-to-Cradle dazu bei, langfristig die Umwelt und unsere Lebensgrundlage zu schützen.