Skincare Competence

Was sind Parabene?

19 Juni 2024

Parabene sind Substanzen, die Kosmetika vor Keimbefall schützen und damit ihre Haltbarkeit verlängern. Sie werden auch Konservierungsstoffe genannt. Die Inhaltsstoffe sind hautverträglich und kostengünstig, weswegen sie bei vielen Unternehmen äußerst beliebt sind. 

In den vergangenen Jahren sind Parabene jedoch in Verruf geraten und immer mehr Marken werben mit parabenfreien Produkten. Was genau hinter dieser Entwicklung steckt und wie ADA Cosmetics mit der Thematik umgeht, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Was sind Parabene?

Parabene sind – einfach erklärt – eine Gruppe von Konservierungsstoffen, die häufig in Kosmetika verwendet werden. Sie basieren auf einer chemischen Struktur namens 4-Hydroxybenzoesäure.

Derivate von Parabenen sind kleine Varianten dieser Struktur, die durch leichte chemische Änderungen entstehen. Diese Änderungen helfen, die Eigenschaften so anzupassen, dass sie die Parabene für bestimmte Anwendungen geeigneter machen.

Wieso werden Parabene in Kosmetik verwendet?

Parabene werden in der Kosmetik hauptsächlich als Konservierungsstoffe eingesetzt. Zu den wichtigsten Vorteilen von Parabenen zählen:

  • Antimikrobielle Eigenschaften: Parabene sind antimikrobiell und fungizid. Sie verhindern die Ausbreitung von Keimen und Bakterien. Das verbessert nicht nur die Haltbarkeit von Kosmetika, sondern auch deren Hygiene, da viele Pflegeprodukte auf Wasserbasis hergestellt und in feuchtwarmen Umgebungen wie Badezimmern aufbewahrt werden.
  • Hohe Kosteneffizienz: Sie entfalten bereits in sehr geringen Konzentrationen ihre Wirkung. Dadurch sind sie deutlich kostengünstiger als Alternativen, die in höheren Dosierungen verwendet werden müssen und dadurch zu höheren Kosten führen.
  • Gute Hautverträglichkeit: Im Vergleich zu anderen Konservierungsstoffen verursachen Parabene seltener allergische Reaktionen und Hautreizungen. Deshalb eignen sie sich gut für den Einsatz in Kosmetikprodukten.
  • Chemische Stabilität: Parabene sind chemisch stabil und verlieren auch bei Exposition gegenüber Luft, Licht oder Hitze ihre Wirksamkeit nicht. Diese Stabilität sorgt dafür, dass Kosmetikprodukte auch unter verschiedenen Lagerbedingungen und während der Anwendung ihre Qualität und Wirksamkeit beibehalten.
  • Breite Anwendbarkeit: Sie sind in Wasser und vielen organischen Lösungsmitteln löslich. Dadurch können sie für unterschiedliche Kosmetikprodukte eingesetzt werden, darunter Lotionen, Cremes, Shampoos und dekorative Kosmetik.

Wie können Sie Parabene erkennen?

Parabene sind aufgrund ihrer Endung auf „-paraben“ leicht zu identifizieren. Die internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe (INCI) gibt an, wie Chemikalien auf Verpackungen angegeben werden müssen. Zu den gängigsten Chemikalien in Kosmetika gehören gemäß der INCI-Nomenklatur die Parabene dieser Liste:

  • Methylparaben
  • Ethylparaben
  • Propylparaben
  • Butylparaben
  • Phenylparaben
  • Isopropylparaben
  • Isobutylparaben

Sind Parabene schädlich?

Insgesamt sind die Gesundheitsrisiken von Parabenen noch unzureichend erforscht, ebenso wie die Wechselwirkungen mit anderen Chemikalien. Daher ist unklar, welche potenziellen Langzeitschäden die Verbindungen verursachen könnten. Laut dem Bundesamt für Risikobewertung (BfR) fehlen insbesondere Daten zur dermalen Resorption, zum Metabolismus und zur Expositionsabschätzung.[1]

Allerdings gibt es bereits einige Studien, die gewisse Risiken belegen.

Wie alle Konservierungsstoffe unterliegen Parabene einer strengen Regulierung durch die europäische Gesetzgebung und die Sicherheit der in Kosmetika erlaubten Stoffe wurde von zahlreichen Fachkomitees umfassend bewertet.

Die derzeit in kosmetischen Produkten zugelassenen Parabene werden von mehreren Ausschüssen als sicher eingestuft. Butylparaben, Methylparaben und Propylparaben gehören jedoch zu den 28 Substanzen, die potenziell hormonell wirksam sind und werden derzeit auf europäischer Ebene neu bewertet.

 

Anreicherung im Körper

Eine Studie aus den USA ergab, dass Parabene sich im Körper anlagern können. In einer Stichprobe mit 2548 Teilnehmern wurden Urinproben auf verschiedene Parabene untersucht. In 99,1 % der Proben wurde Methylparaben und in 92,7 % Propylparaben gefunden. Butyl- und Ethylparaben konnten ebenfalls in über 40 % der Urinproben nachgewiesen werden. Da Frauen in der Regel häufiger Kosmetikprodukte verwenden, haben sie höhere Parabenwerte. [2]

 

Hormonelle Wirkung

Eine besorgniserregende Tatsache im Hinblick auf den Stoff ist vor allem die strukturelle Ähnlichkeit von Parabenen mit dem Hormon Östrogen. Studien haben gezeigt, dass Butylparabene endokrin aktiv sind – also in das hormonelle System des Körpers eingreifen – wenn auch etwa 1000-mal schwächer als hormonelles Östrogen.

Bei männlichen Ratten und Mäusen führte etwa die Zugabe von Parabenen zu einem Rückgang des Testosteronspiegels und der Spermienproduktion, während bei weiblichen Ratten eine Vergrößerung des Uterus auftrat. [3]

Eine im Jahr 2006 durchgeführte Studie von Wissenschaftlern am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig untersuchte zudem die hormonellen Auswirkungen von Parabenen in der Schwangerschaft. Es wurde festgestellt, dass die Verwendung von Butylparaben in Kosmetika während der Schwangerschaft möglicherweise zu Übergewicht bei Kindern führen kann. [4]

 

Zusammenhang mit Brustkrebs

Darüber hinaus besteht eine Verbindung zwischen der Aufnahme von Parabenen und Brustkrebs, denn die Chemikalien wurden in Gewebeproben von Brusttumoren gefunden. Allerdings gibt es keine eindeutigen Ergebnisse, die bestätigen, dass Parabene krebserregend sind. Dennoch hat das BfR vorläufig die Verwendung von parabenhaltigen Deodorants verboten. Aufgrund der begrenzten Datenlage wird generell ein Verzicht oder ein sparsamer Einsatz von Parabenen empfohlen.[5]

Rechtsgrundlage

Die Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel regelt den Umgang mit Parabenen und legt die zulässigen Konzentrationen für die einzelnen Verbindungen basierend auf Empfehlungen des wissenschaftlichen Ausschusses für Verbrauchersicherheit (Scientific Committee on Consumer Safety, SCCS) fest. 

Nicht alle Parabene sind problematisch, andere können wiederum in niedrigen Konzentrationen sicher in Kosmetikprodukten verwendet werden. Es gelten daher unterschiedliche Grenzwerte für die einzelnen Parabene und Parabenverbindungen:

  • Unbedenklich: Es bestehen keine Bedenken hinsichtlich der Salze der Parabene.
  • Bis 0,8 %: Parabengemische dürfen in einer Konzentration von bis zu 0,8 % eingesetzt werden
  • Bis 0,4 %: Methyl- und Ethylparaben gelten aufgrund ausreichender Daten bis zu einer Konzentration von 0,4 % als unbedenklich.
  • Bis 0,14 %: Propyl- und Butylparaben dürfen nur bis 0,14 % eingesetzt werden. Aufgrund der unsicheren Datenlage und widersprüchlichen Testergebnissen wird die Konzentration vorsichtshalber niedriger angesetzt. Dennoch können die Verbindungen bereits bei dieser Konzentration ihre konservierende Wirkung entfalten.
  • Verboten: Einige Parabene sind gänzlich untersagt, da die Datenlage unzureichend ist. Parabene, die nicht in Kosmetikprodukten verwendet werden dürfen, sind Isopropylparaben, Isobutylparaben, Phenylparaben und Benzylparaben. 

Ebenso sind Butyl- und Pentylparaben seit 2011 in Kosmetik für Kinder unter drei Jahren verboten, da die Aufnahme dieser Stoffe bei offenen Wunden nicht ausreichend abgeschätzt werden kann.

Warum ADA Cosmetics Kosmetik mit Parabenen meidet?

Bei ADA Cosmetics ist es unser oberstes Ziel, sowohl den Körper als auch den Geist zu verwöhnen und unvergessliche Pflegemomente zu schaffen. Wir streben nach maximaler Sicherheit in unseren Produktformulierungen für absolutes Wohlbefinden.

Daher haben wir uns dazu entschieden, auf den Einsatz von Parabenen in unseren Produkten zu verzichten. Stattdessen setzen wir auf natürliche Inhaltsstoffe, die nicht nur sanft und wirksam sind, sondern auch unseren hohen Standards für Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit entsprechen.

Durch unsere Skincare-Kompetenz aus über 40 Jahren Erfahrung in der Herstellung garantieren wir saubere Formulierungen mit sorgfältig ausgesuchten und hochwertigen Inhaltsstoffen aus der Natur, die frei von jeglichen Schadstoffen sind. Wir verzichten daher auf folgende schädliche Inhaltsstoffe:

  • Keine Parabene
  • Keine Mineralöle
  • Kein Mikroplastik
  • Keine Nanomaterialien
  • Keine MIT- und MCIT-Konservierungsmittel
  • Keine Silikone
  • Kein Lilial
  • Keine Benzophenon UV-Filter
  • Keine Formaldehyd-Freisetzer

FAQ

Was machen Parabene auf der Haut?

Parabene werden in der Kosmetik als Konservierungsstoffe eingesetzt und schützen die Haut vor Verunreinigungen durch Bakterien, Hefen und Pilzen. Auf diese Weise verhindern sie Allergien, Infektionen und Hautreizungen.

Welchen Einfluss haben Parabene auf den Körper?

Parabene sind Chemikalien, die dem körpereigenen Hormon Östrogen ähneln. Studien zeigen, dass bestimmte Parabene, wie Butyl- und Pentylparaben, eine schwache hormonelle Aktivität aufweisen. Obwohl diese Wirkung tausendfach geringer ist als die von Östrogen, können Parabene dennoch das hormonelle Gleichgewicht beeinflussen und an Östrogenrezeptoren binden.

Besonders bei Frauen, die häufiger Kosmetik verwenden, können sich Parabene im Körper anreichern. Es gibt zudem Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen einer Parabenexposition und Brustkrebs, dieser ist jedoch wissenschaftlich bislang nicht eindeutig belegt.

Ist Naturkosmetik frei von Parabenen?

Parabene gehören chemisch gesehen zu den Estern und kommen auch in der Natur vor – zum Beispiel in Obst. Dennoch sind sie in der Naturkosmetik nicht uneingeschränkt erlaubt. Ob ein Produkt Parabene enthält, hängt vom jeweiligen Naturkosmetik-Siegel ab.

Das Natrue-Siegel verbietet Parabene beispielsweise vollständig. Das BDIH-Siegel erlaubt zwar nur Benzoesäure als Konservierungsmittel, allerdings können Parabene aus dieser synthetisiert werden.

Quellen

[1] https://mobil.bfr.bund.de/cm/343/verwendung_von_parabenen_in_kosmetischen_mitteln.pdf
[2] Calafat AM, Ye X, Wong LY, Bishop AM, Needham LL. Urinary concentrations of four parabens in the U.S. population: NHANES 2005-2006. Environ Health Perspect. 2010 May;118(5):679-85. doi: 10.1289/ehp.0901560. Epub 2010 Jan 4. PMID: 20056562; PMCID: PMC2866685.
[3] Thuy T. B. Vo, Eui-Bae Jeung, An Evaluation of Estrogenic Activity of Parabens Using Uterine Calbindin-D9k Gene in an Immature Rat Model, Toxicological Sciences, Volume 112, Issue 1, November 2009, Pages 68–77, https://doi.org/10.1093/toxsci/kfp176
[4] https://www.ufz.de/index.php?de=36336&webc_pm=9/2020
[5] https://www.bfr.bund.de/cm/343/parabenhaltige_deodorants_und_die_entstehung_von_brustkrebs.pdf